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Testhersteller: "Knappheiten entgegentreten - weitere Technologien ermöglichen"

Berlin, 27.08.2020 - Angesichts der sprunghaft gestiegenen Auslastung der medizinischen Labore bei der Testung auf das Coronavirus hält der Verband der Diagnostica-Industrie eine Überprüfung der Teststrategie von Bund und Ländern für nachvollziehbar.

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Ulrich Schmid, Foto: Henning Schacht

Hierzu erklärt VDGH-Vorstandsvorsitzender Ulrich Schmid: „In der Pandemie ist ein umfassendes und zielgerichtetes Testen auf das Coronavirus unverzichtbar. Es liegt in der Verantwortung der Politik, die Teststrategie im Bedarfsfall neu zu justieren. Neue Testtechnologien können die bisherige Diagnostik ergänzen und Engpässe abmildern.“

Die Diagnostika-Industrie hat ihre Kapazitäten allein von Februar bis Juni 2020 um 1800 Prozent gesteigert. Trotz eines weltweit explodierenden Bedarfs können die Hersteller von Reagenzien, Testkits und Geräten die Belieferung in Deutschland sicherstellen. Die in den letzten Wochen nochmals deutlich gestiegene Zahl der in den ärztlichen Laboren durchgeführten Akutdiagnostik (PCR-Tests) und die hohe Kapazitätsauslastung auf allen Seiten zeigen aber Handlungsbedarf an. 

Die Diagnostika-Industrie kann weitere Testtechnologien zur Verfügung stellen, die als Ergänzung für den direkten Erregernachweis geeignet sind. Knappheiten in der Akutdiagnostik kann damit entgegengetreten werden. „Die Hersteller entwickeln mit Hochdruck Testmöglichkeiten, die sowohl im fachärztlichen Labor als auch patientennah einsetzbar sind“, sagt Verbandschef Schmid.  Insbesondere Antigentests bieten ein großes Potenzial. Sie ermöglichen schnelle Testergebnisse und sind breit anwendbar. Des Weiteren stellen patientennahe PCR-Test-Applikationen (Point-of-Care-Tests) sowie Multiplex-Tests, die z. B. Coronaviren und Influenzaviren in einem Schritt detektieren und unterscheiden, eine sinnvolle Ergänzung für den Erregernachweis dar.

„Die im VDGH vertretenen Testhersteller legen großen Wert darauf, qualitativ hochwertige akkurate Tests bereitzustellen. Solche Tests zur Produktionsreife zu bringen, erfordert Knowhow und umfangreiche Investitionen der Industrie“, betont Schmid. Der Industrieverband appelliert an die Politik, ein klares Signal zu den Elementen einer künftigen Teststrategie zu setzen und verlässliche Rahmenbedingungen für die Testproduktion und Anwendung zu schaffen. Im Herbst werden erste Antigentests zur Verfügung stehen können.

Zwei Drittel der mehr als 100 VDGH-Mitgliedsunternehmen ermöglichen mit ihren Technologien die Erforschung des Coronavirus und sind in der Entwicklung und Produktion von Tests engagiert. Der Anteil der in Forschung und Entwicklung Beschäftigten liegt in den Branchen Life Science Research und In-vitro-Diagnostika bei 13 Prozent – ein Spitzenwert innerhalb der gesamten Industrie. Die Infektionsdiagnostik ist ein Segment der Labordiagnostik, das pandemiebedingt stark wächst. In allen anderen Bereichen der Routinediagnostik sind erhebliche Rückgänge zu verzeichnen, da Gesundheitsleistungen infolge des Lockdowns spürbar weniger in Anspruch genommen werden.

Der Verband der Diagnostica-Industrie (VDGH) vertritt als Wirtschaftsverband die Interessen von mehr als 100 in Deutschland tätigen Unternehmen mit einem Gesamtumsatz von 4,5 Milliarden Euro. Sie stellen Untersuchungssysteme und Reagenzien zur Diagnose menschlicher Krankheiten her, mit denen ein Umsatz von 2,2 Milliarden Euro erzielt wird, sowie Instrumente, Reagenzien, Testsysteme und Verbrauchsmaterialien für die Forschung in den Lebenswissenschaften, mit denen ein Umsatz von 2,3 Milliarden Euro erwirtschaftet wird.


Pressekontakt:

Gabriele Köhne
koehne@vdgh.de

PM_Knappheiten entgegentreten_Technologien ermöglichen_270820 | pdf | 490 KB

VDGH_Press_Release_confronting scarcity_enabling technologies_200827 | pdf | 196 KB